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Traces: Johannes Fischer hinterließ mit seinem Spiel eindrucksvolle Spuren


Chinesische Gongs, Metallblocks, Donnerbleche, Trommeln in allen Variationen – die Bühne in der Kuppelhalle der Dresdner Bank bot gestern Abend bereits vor dem Konzert einen illustren Anblick. Bereits mit dem ersten Beckenschlag inszenierte dann Johannes Fischer seine eigene Choreografie zu den Stücken zeitgenössischer Komponisten wie Iannis Xenakis, Gerald Eckert, George Aperghis und Dieter Mack. Nichts blieb dem Zufall überlassen, jede Note aus der Partitur wurde genau umgesetzt. Das erste Stück von Dieter Mack spiegelte den Charakter der im Konzert präsentierten CD „Traces – Spuren“
wider, jedes Instrument auf der Bühne hatte seine eigene kulturelle Geschichte, seine eigene Herkunft – der Komponist Dieter Mack, ein Kosmopolit, ließ darin u. a. seine langjährige Beschäftigung mit indonesischer Musik einfließen.
Besonders spannend dann eine Komposition von Gerald Eckert, denn der Komponist war höchstpersönlich anwesend und bereit, Fragen zu beantworten: Ist alles genau notiert, haben Sie vorher eine Klangvorstellung des Stückes, komponieren Sie am Schreibtisch? Der Mathematiker, Physiker und Komponist Gerald Eckert stand Rede und Antwort. In seinem Stück „nor“ wird das Schlaginstrumentarium umgedeutet und entfremdet; nur mit einem Bogen angestrichen entstehen weiche oder flirrende Töne, dem Donnerblech z.B. - eigentlich zur Klanguntermalung in der Oper eingesetzt - werden surrende Obertöne entlockt, zusammen mit den Tam-Tams und einem tibetianischen Becken enstehen neuartige Klangflächen entstehen.
Die Dramaturgie des Konzertes steigerte sich bis zum Ende, die Stücke wurden kürzer, schneller und virtuoser. Komisch in Szene gesetzt das rhythmische „Le corps à corps“. Ein Zeitungsartikel über einen Autounfall, umgesetzt für percussive Sprechstimme und Zarb. Im Stimmengewirr konnte man episodenhaft französische Wortfetzen des blutrünstigen Geschehens aufschnappen, untermalt und unterbrochen von rhythmischen Akzenten.
„Rebonds B“ von Iannis Xenakis dann der virtuose Höhepunkt des Abends, ein Stück mit einem einzigen Crescendo an Tempo und rhythmischen Verschachtelungen, den fliegenden Trommelschlegeln in den Händen des ARD-Preisträgers Johannes Fischers wagte man kaum mehr zuzusehen, in atemberaubender Geschwindigkeit verfolgte das Stück seinen Drive bis zum Ende! Applaus und begeisterte Zuhörer, die sich anschließend von Johannes Fischer ihre GENUIN-CD signieren ließen, den Notentext im Original bewundern konnten und bei Wein und Brezeln weitere Einblicke in die Neue Musik bekamen.
Ein Abend, der Lust auf mehr machte, denn Johannes Fischer, Gerald Eckert und Moderator Tobias Wolff verstanden es auch im Gespräch, das Publikum in die Geheimnisse unbekannter, exotischer und teilweise auch sehr stiller Neuer Musik einzuweihen. Ein Kompliment auch an das Publikum!

"Noch keine 30 Jahre alt ist Johannes Fischer aus Leonberg, aber die faszinierende Musikerpersönlichkeit führt das Publikum zielstrebig und frisch zu neuen Hörquellen." (Neues vom Klassikmarkt, SWR2)