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Maxime Heintz, Orgel

? Die professionelle Kritik zählt Sie zu den wichtigsten Nachwuchs-Organisten Frankreichs. Ist eine solche, frühe Festlegung nicht für die weitere Entwicklung hinderlich?
MH Der musikalische Reifeprozess ist sehr wichtig. Wenn er richtig verläuft, ist er mit einem
„crescendo“ vergleichbar. Man darf nichts überstürzen und darf sachfremden PR-Einflüsterungen und Versprechungen nicht erliegen. Es sind schon viele junge Musiker auf den Bühnen aufgetaucht und dann einige Jahre später wieder in der Versenkung verschwunden, weil sie ihre Entwicklung forciert haben.
? Man hat Ihnen an der Wiege Ihre musikalische Begabung nicht gesungen. Wie wurde Ihre Begabung entdeckt?
MH Da ich nicht aus einer Musiker- sondern aus einer Arbeiterfamilie komme, in der Musik nie eine Rolle gespielt hat, hat es sehr lange gedauert, bis ich mich durchsetzen konnte. Ich habe die Musik spät für mich entdeckt, aber ich wollte nie etwas anderes machen als Musik. Gegen alle Widerstände habe ich mich gestemmt und mit dem Orgelstudium begonnen, ich habe das Konservatorium besucht, was auf Kosten meiner Schulbildung ging, denn ich habe die Schule ziemlich früh aufgegeben. Aber die hartnäckige Arbeit trägt Früchte: Erfolg stellt sich ein und das ist für meine Eltern doch eine große Beruhigung. Denn sie haben sich um meine Zukunft Sorgen gemacht.
? Wo haben Sie studiert?
MH Ich habe 1995 in Montelimar bei Pierre Simonet mit der Ausbildung begonnen. Er hat mir die Musik näher gebracht. Er ist zwar kein großer „Techniker“, aber ein Vollblutmusiker mit dem richtigen „Riecher“. Dann bin ich nach Marseille gegangen, ans dortige Konservatorium zu André Rossi. Mit ihm habe ich hauptsächlich das Repertoire mit alter Musik erarbeitet, darin war er ein Meister. Da mir dieses Repertoire sehr zusagte, habe ich dann bei Norbert Pétry in Metz weiterstudiert. Bei einem Wettbewerb bin ich dann Louis Robilliard begegnet, bei dem ich jetzt studiere. Er ist einer der größten Organisten aller Zeiten. Durch ihn habe ich das Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts kennen gelernt.
? Die großen französischen Organisten haben in Paris oder Lyon Karriere gemacht. Warum sind Sie nach Grignan zurückgekehrt?
MH Es stimmt, Paris und Lyon, zwei Großstädte mit reger kultureller Aktivität, waren und sind Startrampen für zahlreiche Organisten. Dort hat man zweifellos mehr Gelegenheiten, sich einen Namen zu machen. Ich wollte zunächst einmal aus familiären Gründen in Grignan bleiben; gleichzeitig hänge ich auch sehr an den Orgeln der Region und dem ganzen Orgelbetrieb, der sich in den letzten Jahren auch unter meinem Einfluss hier entwickelt hat. Ich bin nun schon seit dreizehn Jahren Organist an der Collégiale von Grignan, dadurch habe ich sehr viel Gelegenheit zum Üben gehabt, denn ich komme jederzeit an diese Orgel heran. So konnte ich meine Konzerttätigkeit in der Region ausbauen. Aber das soll mich nicht daran hindern, in Frankreich und vielleicht schon bald auch international Karriere zu machen, wie ich hoffe.
? Sie haben 2007 in Paris beim Wettbewerb, der den Namen der bedeutendsten französischen Orgellehrerein trägt, Marie Claire Alain, den zweiten Preis gewonnen. Das hätte Sie motivieren können, in Paris zu bleiben.
MH Das wollte ich nicht. Ich habe es vorgezogen, nach Grignan zurückzukehren. Hier in der Region war ich bereits bekannt. Und durch den Preis hatte ich mir auch landesweit einen Namen gemacht. Beim Wettbewerb ist mir bewusst geworden, wie scharf die Konkurrenz in Paris ist.
Das Gespräch führte Felix Schmidt


Französische Orgelmusik

Werke von A.-P.-F. Boely und C.-B. Balbastre

Maxime Heintz, Orgel

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