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Hermann Scherchen, Dirigent

Der 1891 geborene Hermann Scherchen erhielt bereits als Kind Violinunterricht, mit 16 begann er seine Musikerlaufbahn als Bratschist u. a. bei den Berliner Philharmonikern und wenig später fing er an zu dirigieren. 1912 trat Scherchen das erste Mal als Dirigent in der Öffentlichkeit auf, mit der Uraufführung von Arnold Schönbergs „Pierrot lunaire“. Diese Begegnung mit Schönberg prägte ihn nachhaltig und beeinflusste seine Ausrichtung auf die Moderne. 1917 erlebte Hermann Scherchen als Gefangener die Oktoberrevolution aus unmittelbarer Nähe mit, nachdem er 1914 während eines Dirigats in Riga von den Russen als Staatsfeind festgenommen worden war. Nach seiner Rückkehr 1918 begann sein eigentliches Engagement für die moderne Musik – er gründete die Musikzeitschrift „Melos“ in Berlin, leitete das Scherchen- Streichquartett sowie zwei Arbeiterchöre und lehrte an der Berliner Musikhochschule. Seit 1923 engagierte sich Scherchen in der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ignm). In diesem Umfeld lernte er auch Karl Amadeus Hartmann kennen, zu dessen Mentor er wurde. In den folgenden Jahren dirigierte er in Leipzig, Frankfurt am Main (als Nachfolger von Furtwängler leitete er die Museumskonzerte von 1922–24), Winterthur und Königsberg. 1933 verließ er aus politischer Überzeugung das nationalsozialistische Deutschland und gründete in Wien und Brüssel Orchester, deren Arbeit der zeitgenössischen Musik gewidmet war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er musikalischer Leiter bei Radio Beromünster in der Schweiz und Chefdirigent des Studioorchesters beim Schweizer Rundfunk. Zur gleichen Zeit gründete Scherchen den Musikverlag „Ars viva“ und betrieb ein von der unesco gefördertes elektroakustisches Studio in Gravesano bei Lugano, das sich der theoretischen und praktischen Erforschung der Schallaufzeichnung widmete. Damit verband er die Neue Musik mit einer neuen Technik und öffnete sie der elektronischen Musik. Ab 1950 engagierte sich Scherchen bei den Darmstädter Ferienkursen. In Vorträgen und Konzerten demonstrierte der „Patron der Neuen Musik“ die Entwicklung der Neuen Musik und ihren Bezug zur Klassik. Henze und Nono setzte er Bach und Beethoven entgegen. Seine Schüler Luigi Nono und den jungen Hans Werner Henze förderte er ebenso wie andere junge Komponisten. In seiner gesamten Dirigentenkarriere setzte sich Scherchen wie kaum ein zweiter Dirigent für die Neue Musik ein und dirigierte viele Uraufführungen, darunter Werke von Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton Webern, Paul Hindemith, Ernst Krenek, Richard Strauss, Karl Amadeus Hartmann, Edgar Varèse, Luigi Nono, Luigi Dallapiccola, Paul Dessau, Boris Blacher, Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis. Hermann Scherchen beendete seine Karriere 1959/60 als Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Er starb am 12. Juni 1966 in Florenz. Neben seinen zahlreichen Rundfunkaufnahmen und Platteneinspielungen setzte Elias Canetti ihm in seinen autobiographischen Aufzeichnungen („Das Augenspiel. Lebensgeschichte 1931–1937“) ein unsterbliches Denkmal.


Ludwig van Beethoven: Die fünf Klavierkonzerte

Zum 80. Geburtstag Paul Badura-Skodas Historische Aufnahmen 1951–58, erhielt den "Diapason d'Or"!

Paul Badura-Skoda, Klavier - Hermann Scherchen, Dirigent - Orchester der Wiener Staatsoper

GEN 87102DetailsKatalog